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Was ist eine Schluckstörung?

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Was ist eine Schluckstörung?

Schluckstörungen oder medizinisch Dysphagie genannt, sind Schwierigkeiten beim Transport von Nahrung, Flüssigkeiten oder Speichel vom Mund zum Magen. Dieser Zustand kann in jeder Phase des Schluckvorgangs auftreten und zu ernsthaften Gesundheitsproblemen führen. Dysphagie hängt mit der Unfähigkeit der Muskeln im Mund, Rachen oder in der Speiseröhre zusammen, ihre Funktionen vollständig auszuüben. Sie tritt besonders häufig bei älteren Menschen, Kindern und Menschen mit neurologischen Erkrankungen auf.

Was sind die Ursachen für Schluckstörungen?

Schluckstörungen können viele Ursachen haben. Diese sind in der Regel auf Muskel-, Nerven- und strukturelle Probleme zurückzuführen:

  1. Neurologische Probleme: Neurologische Erkrankungen wie Schlaganfall, Parkinson, Multiple Sklerose (MS) und amyotrophe Lateralsklerose (ALS) führen zu einer Schädigung der Nerven, die die Schluckfunktion steuern, und verursachen Dysphagie.
  2. Zerebralparese (CP): Eine Schädigung des Gehirns während oder nach der Geburt kann insbesondere bei Kindern zu Schluckbeschwerden führen.
  3. Schwierige Geburt und Sauerstoffmangel: Sauerstoffmangel (Hypoxie) während einer schwierigen Geburt kann zu Hirnschäden führen und die Nerven beeinträchtigen, die die Schluckmuskulatur steuern.
  4. Frühgeburt: Bei Frühgeborenen tritt dies häufig auf, da ihre Schluck- und Saugreflexe noch nicht vollständig entwickelt sind.
  5. Muskelerkrankungen: Muskelerkrankungen wie Muskeldystrophie und altersbedingter Muskelschwund (Sarkopenie) können zu einer Schwächung der Schluckmuskulatur führen.
  6. Strukturelle Probleme: Verengungen der Speiseröhre, gastroösophageale Refluxkrankheit und andere strukturelle Anomalien können zu Schluckbeschwerden führen.
  7. Krebs: Krebserkrankungen im Kopf- und Halsbereich, insbesondere Tumoren im Bereich der Speiseröhre, der Zunge, des Rachens und des Kehlkopfes. Die operative Entfernung von Tumoren in diesem Bereich kann zu Schäden an Muskeln und Nerven führen. Außerdem beeinträchtigt das nach einer Strahlentherapie entstehende Narbengewebe (Fibrose) die Schluckfunktion und führt zu strukturellen Veränderungen im Rachen und in der Speiseröhre. Dies kann den Übergang von Nahrung und Flüssigkeiten vom Rachen in den Magen erschweren und Dysphagie auslösen.

Wie wird eine Schluckstörung diagnostiziert?

Die Diagnose einer Schluckstörung wird in der Regel mit einem multidisziplinären Ansatz gestellt. Fachärzte und Schlucktherapeuten diagnostizieren Dysphagie mithilfe der folgenden Methoden:

  1. Klinische Beurteilung: Die Beurteilung beginnt mit der Anamnese des Patienten, den Symptomen beim Schlucken und einer körperlichen Untersuchung. Die Ernährungsgewohnheiten und die Krankengeschichte der Person mit Schluckbeschwerden werden untersucht.
  2. Videofluoroskopie (Schlucktest): Dieser unter Röntgenbegleitung durchgeführte Test ermöglicht die Echtzeitbeobachtung der Schluckbewegungen. Dabei wird beurteilt, wie die Nahrung während des Schluckvorgangs transportiert wird und in welchen Phasen Probleme auftreten.
  3. Endoskopische Untersuchung (FEES): Mit Hilfe einer fiberoptischen Kamera werden der Rachen und die Speiseröhre untersucht und der Schluckvorgang beobachtet. Diese Methode ist effektiv, um festzustellen, ob eine strukturelle Störung der Speiseröhre vorliegt.
  4. Manometrie: Durch Messung des Drucks in den Muskeln der Speiseröhre wird festgestellt, wie gesund die Schluckfunktion ist.

Wie wird Physiotherapie bei Schluckstörungen durchgeführt?

Die physikalische Therapie hängt von der zugrunde liegenden Ursache und dem Schweregrad der Erkrankung ab. Im Allgemeinen umfasst die physikalische Therapie folgende Optionen:

  1. Schlucktherapie: Es werden spezielle Übungen und Techniken angewendet, die den Schluckreflex stärken und die Muskeln kräftigen. Methoden wie die Mendelsohn-Manöver, Shaker-Übungen und Chin-Tuck-Manöver werden häufig eingesetzt.
  2. Diätmodifikation: Durch Veränderung der Struktur und Konsistenz von Lebensmitteln soll das Schlucken erleichtert werden. Beispielsweise kann das Erstickungsrisiko durch Verdicken von Flüssigkeiten oder Pürieren von Lebensmitteln verringert werden.
  3. Haltungs- und Positionsänderungen: Die richtige Position des Patienten beim Schlucken kann das Aspirationsrisiko verringern. Eine nach vorne geneigte Kopfhaltung kann den sicheren Durchgang der Nahrung unterstützen.
  4. Übungen zur Koordination von Atmung und Schlucken: Es können spezielle Übungen durchgeführt werden, um die Atemmuskulatur zu stärken und die Koordination von Schlucken und Atmen zu verbessern.
  5. Chirurgischer Eingriff: Bei strukturellen Problemen können diese durch chirurgische Eingriffe behoben werden. Beispiele für solche Behandlungsmöglichkeiten sind endoskopische Dilatationen oder die Entfernung von Tumoren.

Häufig gestellte Fragen zu Schluckstörungen (Dysphagie)

Was ist eine Schluckstörung (Dysphagie)?

Eine Schluckstörung ist eine Schwierigkeit beim Transport von Nahrung, Flüssigkeiten oder Speichel vom Mund in den Magen. Diese Störung kann durch Probleme mit der Speiseröhre, den Muskeln oder den Nerven verursacht werden und die Lebensqualität beeinträchtigen.

Wer ist von Schluckstörungen betroffen?

Schluckstörungen können in jeder Altersgruppe auftreten, sind jedoch häufiger bei älteren Menschen, Menschen mit neurologischen Erkrankungen, Menschen, die sich einer Operation oder Strahlentherapie aufgrund von Kopf-Hals-Krebs unterzogen haben, sowie bei Kindern (insbesondere solchen mit neurologischen Störungen) zu beobachten.

Was sind die Symptome einer Schluckstörung?

Bei Menschen mit Schluckbeschwerden können beim Essen Symptome wie Husten, Erstickungsgefühl, Verbleiben von Nahrung im Hals, Schmerzen beim Essen, häufiges Räuspern oder Gewichtsverlust auftreten. Außerdem kann es durch das Eindringen von Nahrung in die Atemwege (Aspiration) zu häufig wiederkehrender Lungenentzündung kommen.

Sind Schluckstörungen behandelbar?

Ja, Schluckstörungen können behandelt werden. Zu den physiotherapeutischen Behandlungsmöglichkeiten gehören Schlucktherapie, spezielle Übungen, Ernährungsumstellung und gegebenenfalls chirurgische Eingriffe. Die Behandlung wird individuell auf die Ursache und den Schweregrad des Problems abgestimmt. Nach Abschluss der Physiotherapie kann die Verwendung von PEG und NG beendet werden.

Was verursacht Schluckstörungen nach einer Strahlentherapie?

Wenn Strahlentherapie im Kopf- und Halsbereich angewendet wird, kann dies zur Bildung von Narbengewebe (Fibrose) in diesem Bereich führen. Dieses Narbengewebe kann die Beweglichkeit der Schluckmuskulatur einschränken und das Schlucken erschweren. Dies ist insbesondere nach einer Krebsbehandlung ein häufig auftretendes Problem.

Wie wird eine Schluckstörung diagnostiziert?

Die Diagnose einer Schluckstörung wird anhand einer ausführlichen Anamnese, einer körperlichen Untersuchung, einer videofluoroskopischen Schluckuntersuchung (VFS) und einer endoskopischen Schluckuntersuchung (FEES) gestellt. Diese Tests dienen dazu, festzustellen, in welcher Phase des Schluckvorgangs das Problem auftritt.

Wie wirkt sich eine Schluckstörung auf die Lebensqualität aus?

Schluckstörungen können den Essvorgang erschweren und sich negativ auf den Ernährungszustand einer Person auswirken. Aufgrund von Schwierigkeiten beim Essen in sozialen Situationen kann auch die psychische Verfassung einer Person beeinträchtigt werden. Darüber hinaus können aufgrund des Aspirationsrisikos schwerwiegende Gesundheitsprobleme auftreten.

Wie lange dauert die physikalische Behandlung einer Schluckstörung?

Die Behandlungsdauer hängt von der Ursache und Schwere der Schluckstörung ab. In leichten Fällen kann eine mehrwöchige Therapie ausreichend sein, während in schwereren Fällen eine Langzeitbehandlung erforderlich sein kann. Die Schlucktherapie wird auf die Bedürfnisse des Patienten zugeschnitten und kann im Laufe der Zeit zu einer Besserung führen. Nach Abschluss der physikalischen Therapie kann die Verwendung von PEG und NG beendet werden.

Wie kann ich jemandem mit Schluckstörungen helfen?

Um einer Person mit Schluckstörungen zu helfen, kann die Konsistenz der Speisen so angepasst werden, dass sie leichter zu schlucken sind (z. B. durch Pürieren oder Eindicken von Flüssigkeiten), und sie kann dazu angehalten werden, während der Mahlzeiten langsam zu essen und kleine Bissen zu nehmen. Darüber hinaus kann durch Rücksprache mit einem Schlucktherapeuten Unterstützung in Form von speziellen Übungsprogrammen angeboten werden.

 

Die Inhalte unseres Gesundheitsratgebers dienen ausschließlich zu Informationszwecken und basieren auf wissenschaftlichen Daten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Bei allen Fragen, Bedenken, Diagnosen oder Behandlungen, die Ihre Gesundheit betreffen, wenden Sie sich bitte unbedingt an Ihren Arzt oder eine Gesundheitseinrichtung.

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